Aktuelles/Aktivitäten

Juni 2020: winzige verwaiste Zwergfledermaus - Versuch einer Rettung

Zwergfledermaus, 6 Tage alt  (Foto: H. Neudert, jegliche Verwendung nur mit Zustimmung des Bildautors)
Zwergfledermaus, 6 Tage alt (Foto: H. Neudert, jegliche Verwendung nur mit Zustimmung des Bildautors)

Unser Fachberater für Fledermausschutz Heinz Neudert hat eine winzige, verwaiste Zwergfledermaus aufgenommen, um sie aufzupäppeln.

Sie war bei Aufnahme ca. 6 Tage alt und wog nur 1,32 g.

Gefüttert wird sie alle 2 Stunden mit einer Mischung aus Ziegenmilch und Welpenaufbaumilch: dazu wird ihr die Mischung mit der feinsten verfügbaren Pipette direkt ins Mäulchen gespritzt.

Ihre Überlebenschancen sind nicht sehr gut, aber eine Gewichtszunahme von 0,02 g am ersten Tag lässt hoffen.

 

Nachtrag: 2 Tage später ist der kleine Zwerg leider doch gestorben. Danke an Heinz für die liebevolle Pflege - jede Fledermaus zählt!

 

April/Mai 2020: Video zur Exkursion: Der Berg ruft - Vogelstimmen am Moritzberg

Nachdem diese Exkursion in 2019 aufgrund eines heftigen Regens abgesagt werden musste, funkte 2020 Corona dazwischen.

 

Wir haben die Exkursion zu dritt (selbstverständlich abstandskonform, 2 Teilnehmer aus häuslicher Gemeinschaft) durchgeführt und gefilmt.  Der LBV hat daraus ein kleines Video gebastelt: Sehen Sie in knapp 10 Minuten einen Zusammenschnitt der zweistündigen Exkursion. Insgesamt konnten wir 35 Arten identifizieren. Einige der Vögel, die wir entdeckt oder erwähnt haben, werden Ihnen vorgestellt. Viel Spaß!

Großes Mausohr (Bild: Christian Söder, LBV-Archiv)
Großes Mausohr (Bild: Christian Söder, LBV-Archiv)

März 2020 - Fledermausvorkommen an Gebäuden und menschliche Gesundheit

 

Hier können Sie ein pdf öffnen, das umfassende Informationen zu Fledermausvorkommen an Gebäuden und Aspekten der menschlichen Gesundheit gibt. Aus aktuellem Anlass hier der Abschnitt zum neuartigen Corona-Virus (2019-2CoV):

 

Erbgutanalysen des neuen Erregers aus China (Corona Virus 2019-nCoV) deuten darauf hin, dass die

Urform dieses Virus ursprünglich aus einer chinesischen Fledermauspopulationen zu stammen

scheint. Als Überträger (Zwischenwirte) auf Menschen werden Schuppentiere vermutet, die auf lokalen Märkten zum Verkauf angeboten werden. Die Haltungsbedingungen der Tiere und die Hygiene auf diesen Märkten entsprechen nicht den europäischen Standards und führen immer wieder dazu, dass Krankheitserreger zwischen den Tieren, die auf engem Raum einander ausgesetzt sind und letztlich auch auf den Menschen übertragen werden (z. B. über nicht durchgegartes Fleisch oder beim Hantieren mit rohem Fleisch bei der Zubereitung von Speisen und mangelnder Hygiene).

 

Dass Fledermäuse ebenso wie viele andere Säugetiere Träger vieler verschiedener Typen von Coronaviren sein können, ist seit längerem bekannt (FISCHER et al. 2016, RIZZO et al. 2017, WONG et al. 2019). Für eine direkte Übertragung auf Menschen ohne Zwischenwirt gibt es aber keine konkreten

Hinweise. Ebenso wie bei dem SARS-Ausbruch Anfang 2000 konnten zwar eine Reihe von Coronaviren auch in europäischen Fledermäusen entdeckt werden, diese gehören jedoch nur in die weitläufige Familie der Coronaviren und sind keine direkten SARS-Virus-Verwandte. Gleiches ist auch in diesem

Fall anzunehmen, da das neue Corvid 19 Virus ein enger Verwandter zum „alten“ SARS-Virus ist und damit ebenfalls weit entfernt von den Coronaviren „unserer“ Fledermäuse. In Europa werden weder Fledermäuse noch andere Wildtiere, die mögliche Zwischenwirte sein könnten, lebend für

einen späteren Verzehr gehalten und gehandelt. Der für eine Krankheitsübertragung entscheidende enge Kontakt zwischen Fledermaus, Zwischenwirt und Mensch findet bei uns nicht statt.

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(Foto Bergfink: R. Rippel,  jegliche Verwendung nur mit Einverständis des Urhebers)
(Foto Bergfink: R. Rippel, jegliche Verwendung nur mit Einverständis des Urhebers)

März 2020

 

Wir empfehlen: notieren Sie doch jeden Tag, welche Vögel sie von zuhause aus beobachten konnten - entspannend, beschäftigend und sicher auch lehrreich!

Anbei Impressionen aus den Gärten von Aktiven der Regionalgruppe Feucht: Stieglitz und Bergfink - zur Zeit häufige Gäste an der Fütterung.

Viele Zugvögel sind inzwischen zurückgekehrt und lassen sich blicken und hören: z.B. Bachstelze, Girlitz, Hausrotschwanz.

 

 

 März 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

(Foto Stieglitz: T. Greiner,  jegliche Verwendung nur mit Einverständis des Urhebers)

Schwarzenbruck, 29.02.2019

 

Der LBV geht mit einem Bat-Logger auf Fledermauspirsch und zeichnet das Schwarzenbrucker Faberschloss mit der Fledermausplakette aus.

 

Lesen Sie hierzu den ausführlichen Artikel im Boten: https://n-land.de/lokales/jaeger-der-nacht

 

Haben Sie Fragen zu diesem Projekt oder zum Umgang mit Fledermäusen? Dann kontaktieren Sie unseren Fachberater für Fledermausschutz:

Heinz Neudert: 0151 56 03 29 57; heinz.neudert@lbv.de

 

  (Foto: R. Rippel, jegliche Verwendung nur mit Einverständis des Urhebers)

Nürnberg, 02.12.2019

 

Am Internationalen Tag des Ehrenamtes wurde Bernd Michl, Vorstand der LBV-Regionalgruppe Feucht für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement mit dem EhrenWert-Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet.

 

Er engagiert sich seit inzwischen über 20 Jahren als Exkursionsleiter, Betreuer von Artenschutzprojekten und hält die Fäden bei allen Aktivitäten der Regionalgruppe in der Hand. Durch seine Ideen und sein Engagement ist in all den Jahren enorm viel bewegt worden.

 

Im feierlichen Rahmen des historischen Nürnberger Rathaussaales wurden die EhrenWert-Preise übergeben, danach wurde bei einem Imbiss fröhlich weiter gefeiert!

 

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Preis - eine wohlverdiente Anerkennung für die ungezählten Stunden, die Bernd Michl in seiner Freizeit für den Naturschutz investiert!

(Foto: S. Jockisch, jegliche Verwendung nur mit Einverständis des Urhebers.)

gestartet in 2019:

 

WIEDEHOPF - Der Harlekin unter den Vögeln – Versuch einer Wiederansiedelung

 

Der Wiedehopf war früher in Bayern weit verbreitet, man konnte den Vogel mit der markanten Federhaube und dem langen Schnabel häufig eifrig im Boden stochern sehen.

 

Heute ist es schon eine große Besonderheit, wenn man diesen Vogel bei uns auf dem Durchzug zu sehen bekommt: in Bayern ist er vom Aussterben bedroht – es brüten nur noch rund zehn Brutpaare.

 

Ein Juwel unter den Vögeln ist er schon aufgrund seines extravaganten Aussehens: langer, gebogener Schnabel, aufrichtbare Federhaube, orange-rotes Federkleid und dazu kontrastreich schwarz-weiß gebänderte Schwingen. Der lateinische Namen Upupa epops ahmt lautmalerisch seinen Balzruf, ein sehr sanftes „huphuphup“, nach.

 

Bevorzugter Lebensraum des Wiedehopfes sind offene Landschaften, extensive Weideflächen, Streuobstwiesen, offene Sandgruben und trockene Waldränder. Wichtig ist ein offener oder lückig bewachsener Boden, da hier seine Hauptnahrung zu finden ist: große Insekten, Schmetterlingsraupen, Engerlinge und Spinnen. Als Bruthöhlen nutzt er große Spechthöhlen oder bodennahe Hohlräume, z.B. in Lesesteinhaufen.  Infolge der industrialisierten Landwirtschaft und der Zerstörung seiner Lebensräume sind sowohl das Nahrungsangebot als auch die Bruthöhlen so rar geworden, dass der Wiedehopf in Bayern kaum noch optimale Brutbedingungen findet.

 

Erfahrungen aus anderen Regionen lassen hoffen, dass dem Wiedehopf durch gezielte Schutzmaßnahmen geholfen werden kann. Dies hat sich die Regionalgruppe Feucht des Landesbund für Vogelschutz (LBV) zur Aufgabe gemacht.

 

„Es ist wichtig, dass wir dort ansetzen, wo noch ideale Strukturen vorliegen. Beispielsweise auf alten Streuobstwiesen oder in einer der vielen Sandgruben dieser Gegend. An diesen Standorten stellen wir Nistkästen für den Wiedehopf auf.  Zudem beraten wir die Eigentümer der Flächen, was sie zusätzlich machen können, um diese besondere Vogelart zu fördern“, erläutert Bernd Michl, der Vorsitzende der Regionalgruppe Feucht des LBV. „Wir arbeiten bei diesem Projekt eng mit der oberen Naturschutzbehörde in Ansbach, dem Landesamt für Umwelt in Bayern und dem Landschaftspflegeverein Nürnberger Land zusammen.“

 

Die Aktiven des LBV Feucht haben schon im letzten Jahr 23 Kästen für den Wiedehopf gebaut und aufgestellt. Im April 2019  wurden noch einmal 50 Kästen im gesamten Nürnberger Land montiert und deren Standorte dokumentiert.

 

„Bei uns ist der Wiedehopf nur sehr selten im April auf dem Durchzug zu beobachten. Wir hoffen, dass sich das durch unsere Aktion ändern wird. Wir rufen die Bevölkerung dazu auf, Wiedehopf-Sichtungen zu melden, um mehr über dessen Verbreitung zu erfahren“, so Bernd Michl, der Meldungen gerne per Mail entgegen nimmt (bernd.michl@lbv.de).