Nürnberg, 02.12.2019

Am Internationalen Tag des Ehrenamtes wurde Bernd Michl, Vorstand der LBV-Regionalgruppe Feucht für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement mit dem EhrenWert-Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet.

 

Er engagiert sich seit inzwischen über 20 Jahren als Exkursionsleiter, Betreuer von Artenschutzprojekten und hält die Fäden bei allen Aktivitäten der Regionalgruppe in der Hand. Durch seine Ideen und sein Engagement ist in all den Jahren enorm viel bewegt worden.

 

Im feierlichen Rahmen des historischen Nürnberger Rathaussaales wurden die EhrenWert-Preise übergeben, danach wurde bei einem Imbiss fröhlich weiter gefeiert!

 

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Preis - eine wohlverdiente Anerkennung für die ungezählten Stunden, die Bernd Michl in seiner Freizeit für den Naturschutz investiert!

(Foto: S. Jockisch)

 

 

 

 

gestartet in 2019:

WIEDEHOPF - Der Harlekin unter den Vögeln – Versuch einer Wiederansiedelung

Der Wiedehopf war früher in Bayern weit verbreitet, man konnte den Vogel mit der markanten Federhaube und dem langen Schnabel häufig eifrig im Boden stochern sehen.

 

Heute ist es schon eine große Besonderheit, wenn man diesen Vogel bei uns auf dem Durchzug zu sehen bekommt: in Bayern ist er vom Aussterben bedroht – es brüten nur noch rund zehn Brutpaare.

 

Ein Juwel unter den Vögeln ist er schon aufgrund seines extravaganten Aussehens: langer, gebogener Schnabel, aufrichtbare Federhaube, orange-rotes Federkleid und dazu kontrastreich schwarz-weiß gebänderte Schwingen. Der lateinische Namen Upupa epops ahmt lautmalerisch seinen Balzruf, ein sehr sanftes „huphuphup“, nach.

 

Bevorzugter Lebensraum des Wiedehopfes sind offene Landschaften, extensive Weideflächen, Streuobstwiesen, offene Sandgruben und trockene Waldränder. Wichtig ist ein offener oder lückig bewachsener Boden, da hier seine Hauptnahrung zu finden ist: große Insekten, Schmetterlingsraupen, Engerlinge und Spinnen. Als Bruthöhlen nutzt er große Spechthöhlen oder bodennahe Hohlräume, z.B. in Lesesteinhaufen.  Infolge der industrialisierten Landwirtschaft und der Zerstörung seiner Lebensräume sind sowohl das Nahrungsangebot als auch die Bruthöhlen so rar geworden, dass der Wiedehopf in Bayern kaum noch optimale Brutbedingungen findet.

 

Erfahrungen aus anderen Regionen lassen hoffen, dass dem Wiedehopf durch gezielte Schutzmaßnahmen geholfen werden kann. Dies hat sich die Regionalgruppe Feucht des Landesbund für Vogelschutz (LBV) zur Aufgabe gemacht.

 

„Es ist wichtig, dass wir dort ansetzen, wo noch ideale Strukturen vorliegen. Beispielsweise auf alten Streuobstwiesen oder in einer der vielen Sandgruben dieser Gegend. An diesen Standorten stellen wir Nistkästen für den Wiedehopf auf.  Zudem beraten wir die Eigentümer der Flächen, was sie zusätzlich machen können, um diese besondere Vogelart zu fördern“, erläutert Bernd Michl, der Vorsitzende der Regionalgruppe Feucht des LBV. „Wir arbeiten bei diesem Projekt eng mit der oberen Naturschutzbehörde in Ansbach, dem Landesamt für Umwelt in Bayern und dem Landschaftspflegeverein Nürnberger Land zusammen.“

 

Die Aktiven des LBV Feucht haben schon im letzten Jahr 23 Kästen für den Wiedehopf gebaut und aufgestellt. Im April 2019  wurden noch einmal 50 Kästen im gesamten Nürnberger Land montiert und deren Standorte dokumentiert.

 

„Bei uns ist der Wiedehopf nur sehr selten im April auf dem Durchzug zu beobachten. Wir hoffen, dass sich das durch unsere Aktion ändern wird. Wir rufen die Bevölkerung dazu auf, Wiedehopf-Sichtungen zu melden, um mehr über dessen Verbreitung zu erfahren“, so Bernd Michl, der Meldungen gerne per Mail entgegen nimmt (bernd.michl@lbv.de).